FCK-Taktikwechsel: Spielen die Profis des 1. FC Kaiserslautern nächste Saison mit Viererkette?
Ein Podcast-Geständnis, das aufhorchen lässt
Manchmal kommen die spannendsten FCK-Neuigkeiten nicht aus dem Mannschaftstraining oder einer Pressekonferenz – sondern aus einem Trainer-Podcast. Genau das ist diese Woche passiert. Eimen Baffoun, der 31-jährige U19-Chefcoach des 1. FC Kaiserslautern und laut vielen Insidern das größte Trainertalent im Nachwuchsleistungszentrum am Sportpark Rote Teufel, war zu Gast im Podcast „From Coach to Coach“ von Domi Theis. Und was er dort sagte, dürfte so manchem FCK-Fan das Herz aufgehen lassen – oder zumindest jede Menge Gesprächsstoff für die Sommerpause liefern.1
Baffoun, der seit 2017 (mit kurzer Unterbrechung) am Betze arbeitet und dort bereits die U15, U17 und U19 zu Erfolgen geführt hat, ließ beiläufig eine taktische Bombe platzen: Die Profis von Torsten Lieberknecht könnten in der kommenden Saison dauerhafter mit einer defensiven Viererkette auflaufen – und das wäre ein echter Systemwechsel.
Was Baffoun genau gesagt hat
Im Podcast wurde Baffoun gefragt, welche Profimannschaft am ehesten seine eigene Spielidee verkörpere. Seine Antwort war eindeutig:1
„Von der reinen Idee her ist das tatsächlich unsere Profimannschaft. Sie hat dieses Jahr auch sehr viel Mann gegen Mann gepresst. Sie haben gegen Ende auch ihre Formation geändert und sind von einer Fünferkette weg, hin zu einer Viererkette. Das wird auch nächste Saison der Fall sein.“
Klarer geht’s kaum. Baffoun beschreibt nicht nur einen Versuch, sondern eine Richtungsentscheidung. Dabei betont er auch, dass die U19 – bedingt durch ihre Kaderstruktur – schon immer mit Viererkette gespielt hat und sich die beiden Spielphilosophien nun annähern. Die enge Zusammenarbeit zwischen Nachwuchs und Profis zahlt sich hier erkennbar aus.
Lieberknecht hat’s schon ausprobiert – und es hat funktioniert
Für FCK-Fans, die die vergangene Saison aufmerksam verfolgt haben, kommt das nicht völlig aus dem Nichts. Cheftrainer Torsten Lieberknecht hatte bereits am 29. Spieltag beim Auswärtssieg in Berlin (1:0) erstmals auf die Viererkette gesetzt – und die Lauterer haben gewonnen. Kein schlechtes Zeichen.1
In den darauffolgenden Spielen hat Lieberknecht das neue System weiter ausprobiert und verfeinert. Das zeigt: Es war kein einmaliges Experiment aus der Not heraus, sondern ein gezieltes Testen einer neuen Variante. Und wenn man Baffoun glaubt, ist die Entscheidung mittlerweile gefallen.
Das bedeutet aber nicht, dass die bisherige Dreier- bzw. Fünferkette komplett aus dem Repertoire der Roten Teufel verschwindet. Wahrscheinlicher ist, dass Lieberknecht seiner Mannschaft ein breiteres taktisches Fundament mitgibt – mehr Flexibilität, mehr Optionen je nach Gegner und Spielsituation. Genau das, was eine ambitionierte Zweitligamannschaft braucht.
Der Unterschied zwischen Fünfer- und Viererkette: Was ändert sich wirklich?
Für alle, die das taktische Handwerk gerne ein bisschen tiefer durchleuchten: Der Wechsel klingt auf den ersten Blick simpel, hat aber massive Auswirkungen auf das gesamte Spielsystem.
Bei einer Dreier-/Fünferkette werden die Außenpositionen mit sogenannten „Wingbacks“ besetzt – Spieler, die die komplette Flanke von Strafraum zu Strafraum bearbeiten. Das waren beim FCK in der vergangenen Saison vor allem Mika Haas (links) sowie Paul Joly und Simon Asta (rechts). Diese Spieler brauchen eine unglaubliche Ausdauer und müssen sowohl defensiv als auch offensiv präsent sein.
Bei einer Viererkette hingegen kommen klassische Flügelstürmer zum Einsatz – Spieler, die mehr Tempo und Tiefe ins Spiel bringen, seltener ins eigene Drittel zurückarbeiten und dafür mehr Strafraumaktionen, Dribblings und Torabschlüsse liefern sollen. Das verändert das Gesicht einer Mannschaft erheblich.1
Die Transfers sprechen eine deutliche Sprache
Und genau hier schließt sich der Kreis zu den bisherigen Sommertransfers. Denn schaut man sich an, wen der FCK bisher verpflichtet hat, fällt sofort auf: Die neuen Gesichter passen perfekt zu einem System mit Viererkette.
- Jessic Ngankam (zuletzt SpVgg Greuther Fürth): Ein klassischer Flügelstürmer mit Tempo und Zug zum Tor – prädestiniert für eine Position außen in einem 4-3-3 oder 4-2-3-1.
- Ragnar Ache (zuletzt Eintracht Frankfurt / Türkgücü München): Ebenfalls ein Außenstürmer-Typ mit körperlicher Präsenz, der Räume bespielen und Verteidiger vor Probleme stellen kann.
Zwei Neuzugänge, zwei klassische Flügelspieler – das ist kein Zufall. Die Transferstrategie und die taktische Planung greifen hier offensichtlich ineinander.1
Was bedeutet das für die kommende Saison?
Natürlich: Podcasts sind kein offizielles Statement des Vereins, und Lieberknecht wird sich seine taktischen Optionen bis zum Saisonstart nicht komplett aus der Hand nehmen lassen. Wie genau die Formation in der 2. Bundesliga aussehen wird, bleibt bis zum ersten Pflichtspiel zumindest offiziell offen.
Aber die Indizien verdichten sich. Ein U19-Coach, der enge Abstimmung mit dem Trainerteam der Profis hat, verrät im Podcast, dass der Wechsel zur Viererkette kommt. Dazu kommt ein Cheftrainer, der das System bereits in der Rückrunde mehrfach eingesetzt hat – mit Erfolg. Und schließlich ein Kader, der mit zwei neuen Flügelstürmern gezielt auf genau dieses System zugeschnitten wird.
Für die Fans bedeutet das vor allem eines: Mehr Tempo, mehr Angriffsdrang, mehr Spektakel auf den Außenbahnen. Das klingt doch gut, oder?
Fazit: Der FCK erfindet sich taktisch neu – und das ist aufregend
Der 1. FC Kaiserslautern hat in den vergangenen Jahren unter Lieberknecht auf Kompaktheit, Stabilität und ein eingespieltes Dreierketten-System gesetzt. Das hat funktioniert – der Klassenerhalt war in der vergangenen Saison das Ziel, und der wurde erreicht. Jetzt, mit einem breiteren Kader und mehr taktischen Optionen, scheint Lieberknecht den nächsten Schritt gehen zu wollen.
Eimen Baffoun hat uns – vielleicht unbewusst, vielleicht bewusst – einen ersten Blick hinter die Kulissen gewährt. Und was wir gesehen haben, macht Lust auf mehr. Die Viererkette kommt. Die Frage ist nur: Wann sehen wir sie zum ersten Mal in der neuen Saison?
Bleibt dran – der Betze wird spannend bleiben.
Was denkst du? Ist die Viererkette der richtige Schritt für den FCK? Und traust du Lieberknecht den Systemwechsel zu? Schreib deine Meinung in die Kommentare oder diskutiere mit anderen Fans auf unseren Social-Media-Kanälen. Wir freuen uns auf den Austausch – denn Fußball macht am meisten Spaß, wenn man ihn gemeinsam erlebt.